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Die DEGUFO in der Presse

Auf dieser Seite stellen wir Links zu Presseberichten ein, die sich um die DEGUFO oder deren Mitglieder drehen.

19.November 2012: http://www.bild.de/regional/leipzig/ufo/haben-die-noch-alle-fliegenden-untertassen-im-schrank-27250824.bild.html

Aufgrund dieser eingefädelten Berichterstattung haben unsere Vorstandmitglieder Marius Kettmann und Christian Czech mit jeweils einem Leserbrief an die Redaktion der Bildzeitung reagiert:

Sehr  geehrte Bild-Redaktion,

sehr  geehrte Frau Dollmeyer,

ich  habe heute im Leipziger Regionalteil von Bild.de Ihren Artikel mit dem Titel:  „Bild beim Leipziger UFO-Kongress: Haben die noch alle fliegenden Untertassen im  Schrank?“ gelesen und möchte Ihnen meine Meinung zu diesem nicht  vorenthalten.

Bereits  in Ihrer Einleitung, ist Ihnen ein Fehler unterlaufen. Tatsächlich sah der Pilot  Kenneth Arnold am 24. Juni 1947 9 fliegende Objekte im US-Staat Washington, die  er nicht identifizieren konnte. Durch seine Beschreibung des Flugmusters, nicht  wie oft fälschlicherweise behauptet der Objektform, war er zwar in gewisser  Weise der „Schöpfer“ des Begriffs „Fliegende Untertasse“, jedoch nicht der erste  Sichter unidentifizierter fliegender Objekte.

Das  UFO-Phänomen entstand nicht, wie von Ihnen beschrieben, in der Nachkriegszeit.  Zusammenfassungen von Wissenschaftlern wie Dr. Jacques Vallée zeigen, dass es  UFO-Sichtungen in allen Menschheitsepochen gab.

Ihre  Aussage, dass sich die „Untertassen-Forscher“, wie sich übrigens die Untersucher  des UFO-Phänomens nicht bezeichnen, in einer Krise stecken, ist zu ungenau und  zu pauschalisierend. Er betrifft in erster Linie eine UFO-Forschungsvereinigung  in Großbritannien und bezieht sich in deren Äußerungen, auf die geeigneten  Methoden der Erfassung, Untersuchung und Auswertung von eingehenden  Sichtungsmeldung und der Verifizierung von Erklärungshypothesen. Diese Aussage  ist nicht unisono auf andere Vereinigungen zu übertragen und auch nicht auf das  Phänomen oder seine Erforscher.

In  einem weiteren Absatz kommen Sie zu der falschen Aussage, dass der anerkannte  Diplom-Physiker Illobrand von Ludwiger UFO-gläubig wäre. Diese Aussage zeigt  allenfalls öffentlich vorherrschende Fehlurteile zum Untersuchungsobjekt, die  jedoch an der Realität vorbeigehen. In einem Falle der „Gläubigkeit“, müssten  sie bei anderen Forschern z.B. zu folgenden Aussagen gelangen: „Der  Blitz-und-Donner-gläubige Jörg Kachelmann…“, „Der Sonnen-gläubige Stephen  Hawking…“ oder „Der verstorbene Sternen-gläubige Carl Sagan…“. Dem Subjekt UFO  kann nicht mit einer Glaubenseinstellung begegnet werden. Da es sich um eine  neutrale Abkürzung handelt, welche vom Geheimdienst der US-amerikanischen  Luftwaffe, Air Force Intelligence Agency (ATIC), in den 1950er Jahren entwickelt  wurde. Diese Abkürzung steht für: „Unidentified Flying Object“ – auf Deutsch:  „Unidentifiziertes Flugobjekt“.   Sämtliche Meldungen die bei UFO-Vereinigungen  eingehen, von Objekten die im Luftraum von Personen beobachtet wurden und die  von diesen Personen nicht erklärt werden können, sind sogenannte UFOs im  weiteren Sinne (UFOs i.w.S.). Diese Meldungen enthalten nichts, woran man  glauben kann oder müsste. Der Begriff des Glaubens hat bei der  wissenschaftlichen Untersuchung keine Relevanz. Die Titulierung „UFO-gläubig“  hätte dann auch die Untersucher der US Air Force getroffen, die gerade aus  wissenschaftlichen Gründen diese neutrale Definition eingeführt hatte. Die Fälle  die auch nach der Untersuchung durch UFO-Forscher und Wissenschaftler keine  Aufklärung finden, werden UFOs im engeren Sinne (UFOs i.e.S.) genannt. Diese  Fälle haben jedoch ebenfalls nichts mit Glauben zu tun. Lediglich die Personen,  die hinter den unidentifizierten Fällen bestimmte Erklärungsthesen postulieren,  können an diese nur „glauben“ bis diese Thesen durch wissenschaftliche  Untersuchungen verifiziert oder falsifiziert  wurden. Reine UFO-Sichtungen und die  Behandlung nach genau dieser Definition haben mit Glauben jedenfalls nichts zu  tun.

Die  von Ihnen gebrachte Aussage, dass Illobrand von Ludwiger nur „alte  Zeitungsartikel, CIA-Berichte aus den 1950ern und krakelige Zeichnungen“  präsentiert, ist nicht vollzählig. Neben den von ihnen genannten bildlichen  Darstellungsformen, wurden auch Radaraufnahmen gezeigt. Diese sind von der  militärischen Luftraumüberwachung zur Verfügung gestellte offizielle, von  Radargeräten gespeicherte Flugbewegungen, die keinem bekannten Auslöser  zugeordnet werden konnten. Die meist mit sehr großer Sorgfalt und Detailtreue  angefertigten Objektskizzen als „krakelig“ zu bezeichnen, mag Ihre subjektive  Meinung wiederspiegeln, hat aber in einem neutralen journalistischen Beitrag  nichts zu suchen.

Die  größten Falschaussagen kommen jedoch von dem von Ihnen zitierten „Skeptiker“  Jens Lorek, die Sie scheinbar ohne nähere Prüfung übernommen haben. Bei Herrn  Lorek, der in keinem der drei in Deutschland ehrenamtlich betriebenen und im  Vereinsregister eingetragenen gemeinnützigen Vereinen zur UFO-Forschung,  namentlich DEGUFO, GEP und MUFON-CES, Mitglied ist und somit an der Erforschung  des Phänomens gar nicht beteiligt ist, handelt es sich offenbar um den einzigen  Menschen auf der Welt, der hundert Prozent aller UFO-Sichtungen aufklären kann.  Es gibt unterschiedliche Aufklärungsquoten von UFOs i.w.S. – meist liegen diese  zwischen 80 und 95 Prozent. Keine der staatlich/wissenschaftlich geführten  UFO-Studien in den USA, der ehemaligen Sowjetunion und Frankreich, keine der  staatlich/militärisch geführten UFO-Untersuchungen z.B. in den USA, Frankreich,  Großbritannien und keine der weltweit aktiven privaten UFO-Untersuchungsgruppen,  konnte eine hundertprozentige Aufklärungsquote erreichen. Bei allen blieben und  bleiben stets Fälle übrig, die zu UFOs i.e.S. werden. Mehr noch, gerade Fälle in  denen sich die Objekte besonders nah an den Zeugen befanden und in denen die  Zeugenanzahl besonders groß war, gibt es oft keine natürliche  Erklärung.

Um  was es sich bei UFOs i.e.S. handelt bzw. um was es sich nicht handelt, lässt  sich von Niemandem genau sagen. An dem Punkt, an welchem ein Objekt  identifiziert ist, wird es zum IFO und bleibt kein UFO mehr. Wenn Herr Lorek  aussagt, dass er alles irdisch erklären kann (womit er wahrscheinlich meint ohne  exotische Ursachen), dann ist dies wissenschaftlich gesehen genauso unhaltbar,  wie die Aussage von Personen, die UFOs als außerirdische Raumschiffe  identifizieren. Die klare Aussage ist: das man im Moment nicht sagen kann, um  was es sich bei UFOs i.e.S. handelt. UFO ist kein Synonym für außerirdische  Flugobjekte. Das dies scheinbar in der deutschen Skeptiker-Szene auch im Jahre  2012 noch nicht durchgedrungen ist, ist äußerst kritisch zu sehen. Hingegen der  wissenschaftlich orientierten UFO-Forschung in den Vereinen DEGUFO, GEP und  MUFON-CES, in welchem keine Aussagen über die Herkunft von UFOs i.e.S. getätigt  wird, scheint Herr Lorek, der sich selbst „Alien-Anwalt“ nennt, keine kritische  Trennung seiner eigenen Meinung vom tatsächlichen Untersuchungsobjekt vornehmen  zu können.

Die  Aussage es gebe nichts Neues, ist ebenso falsch. Allein der DEGUFO wurden im  Jahr 2012 ca. 300 Sichtungen gemeldet, was immerhin ca. eine Meldung pro Tag  bedeutet.

Ihre  Umfrage hat ebenfalls den Kern der UFO-Forschung komplett verfehlt, weil Sie  UFOs als Synonym für außerirdische Raumschiffe verwenden, was wissenschaftlich  nicht haltbar ist.

Ich  nehme nicht an, dass Sie meinen Leserbrief veröffentlichen werden, da die  gesamte Darstellung des Themas in Ihrem Bild.de Beitrag scheinbar bewusst in  eine falsche Ecke gerückt werden sollte, jedoch möchte ich an ihre  journalistische Sorgfaltspflicht appellieren, in der es unter anderem heißt:  „Bei Konflikten sind die Positionen beider Seiten darzustellen.“ Gerade bei  kontroversen Themen, sollten und können Sie sich nicht auf Aussagen einzelner  Verlassen, sondern sollten bewusst investigativ vorgehen. Warum Sie sich, obwohl  Sie die Möglichkeit besaßen, mit keinem der Referenten unterhielten, bleibt mehr  als fraglich.

Sollten  Sie sich hingegen meiner Annahme, doch für eine Veröffentlichung dieses  Leserbriefes entscheiden, würde dies sicher die Sachlichkeit des Themas und Ihre  eigene Glaubwürdigkeit erhöhen.

Mit  freundlichen Grüßen

Marius  Kettmann

Militärhistoriker

2.  Vorsitzender der DEGUFO

Mitglied  der MUFON-CES

 


 

Betr.: Ihr Artikel in der Bild Zeitung,  Regionalausgabe Leipzig Bez.: Webartikel: Bild beim Leipziger UFO-Kongress:  Haben die noch alle Untertassen im Schrank?
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
 
ich habe soeben Kenntnis von Ihrem oben genannten Artikel bekommen und  komme leider nicht drum herum, einige Anmerkungen hierzu zu verfassen.
 
Zunächst fällt dem sachkundigen UFO-Forscher gleich im ersten Absatz ein  Fehler auf: Das UFO-Phänomen beginnt nicht erst 1947, sondern fand schon bis  21.000 v. Chr. statt. Das sog. moderne UFO-Phänomen hatte seinen Anfang am  24.06.1947, als Kenneth Arnold über dem Mt. Rainier Objekte sah, die er als  fliegende Untertassen beschrieb. Dieser Fall wurde als erster großflächig  presseöffentlich, weswegen man hier den Beginn des modernen UFO-Phänomens sieht.  Richtig ist aber, das bereits in den Monaten zuvor UFOs gesichtet wurden.
Die Begrifflichkeit "Fliegende Untertasse" ist ebenso falsch, veränderten  sich mit fortschreitenem Phänomen auch die Formen der Objekte, exemplarisch  seien die Zigarren und Dreiecke genannt. Selbst wenn die Überschrift eher  scherzhaft gemeint war, unterstreicht diese nicht die seriöse Absicht der  Berichterstattung.
 
Eine konkrete Richtigstellung muss aber bei der Aussage Ihres Skeptikers  erfolgen. Die Aussage, dass 100% aller Sichtungen erklärbar sind, ist falsch. In  der seriösen UFO-Forschung wird ein Wert erreicht, der zwischen 94 und 96%  pendelt. Das, was dann übrig bleibt sind Fälle, die in den Bereich Problematic  UFO und Good UFO fallen. Das bedeutet, dass es sich um Fälle handelt, die  derzeit nicht mit irdischen Phänomenen erklärt werden können. Gleichzeitig heißt  dies aber auch, dass die Möglichkeit besteht, dass es sich um noch unbekannte,  irdische Phänomene handeln kann. Eine Außerirdische Hypothese wird erst dann in  Betracht gezogen, wenn die bislang unbekannten Phänomene ebenfalls  ausgeschlossen werden können.
 
Im Übrigen sei angemerkt, dass Ihr Skeptiker der offiziellen Statistik  seines eigenen Clubs widerspricht, dort findet sich ebenfalls eine Summe, die  bei über 95% liegt. Wir (die seriöse deutsche UFO-Forschung) beobachten seit  einigen Jahren eine Verzerrung der Wirklichkeit hin zu diesen Aussagen, gepaart  mit endlosen Angriffen auf eben diese seriöse UFO-Forschung, wie ein Blick in  den Blog dieses Clubs zeigt. Aus jenem Grund haben sich im letzten Jahr alle  deutschen UFO-Vereine (e.V.) hiervon distanziert. Die Begründung mit Beispielen  der Arbeitsweise dieses Clubs finden Sie auf der Homepage der GEP e.V. (http://www.ufo-forschung.de).  Mittlerweile fand auf den von mir erwähnten Blog auch eine Berichterstattung  über die Vorträge statt und sie wurde (wie auch nicht anders zu erwarten) nicht  der Realität entsprechend dargestellt.
Sollten Sie also das nächste Mal eine Berichterstattung über die  UFO-Forschung planen, empfehle ich Ihnen, sich kompetente Ansprechpartner zu  suchen, die Ihnen auch korrekte Angaben macht. Hierzu empfehle ich Ihnen die  Kollegen der DEGUFO e.V., GEP e.V. und MUFON-CES e.V. Wenn Sie Informationen zum  Fallgeschehen in Deutschland suchen, lege ich Ihnen die UFO-Datenbank unter http://www.ufo-datenbank.de ans Herz.
 
Es ist eben nicht alles seriös, was sich als solches ausgibt, das gilt auch  für die UFO-Szene.
 
Viele Grüße
 
Christian Czech
 
Vorstandsmitlied DEGUFO e.V. und GEP e.V. Fallermitter DEGUFO e.V. und  GEP e.V. Administrator UFO-Datenbank.de Fachbereichsleiter und Archivar  Abt. UFO im DEGUFO-Archiv